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Immobilien bleiben für viele Bürger erschwinglich

Bundesweit gibt es große Unterschiede, wie erschwinglich ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung für den Bürger ist. Am schwersten erschwinglich sind Immobilien − wie bereits im vergangenen Jahr − in München. Insgesamt ist die Erschwinglichkeit von selbstgenutzten Wohnimmobilien jedoch weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, lautet das Ergebnis einer am Center for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des Immobilienverbandes IVD durchgeführten Erhebung. „In den ersten beiden Quartalen des Jahres ist die Erschwinglichkeit aufgrund der gestiegenen Zinsen nach dem Spitzenwert im vierten Quartal 2010 zunächst um gut sieben Punkte gefallen”, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. „Mit dem Sinken des Zinsniveaus im dritten Quartal ist auch die Erschwinglichkeit wieder gestiegen, so dass sie mit einem Wert von 110,5 Punkten wieder beinahe auf dem Höchststand von Ende 2010 liegt.” Der Erschwinglichkeitsindex fasst die Faktoren Immobilienpreise, Zinsniveau und verfügbares Einkommen zu einer Kennzahl zusammen. Diese gibt Auskunft darüber, inwieweit es für einen durchschnittlichen Haushalt finanziell möglich ist, eine Immobilie zu erwerben. Ein hoher Wert zeigt eine gute, ein niedriger Wert eine schlechte Erschwinglichkeit an.

Wohnungsneubau springt deutlich an

2011 war ein gutes Jahr für die Genehmigungen von neuem Wohnraum. Gegenüber dem Vorjahr rechnen die Landesbausparkassen mit einer Erhöhung von rund 20 Prozent. Nach vier Jahren der Wohnungsbauflaute mit weniger als 190.000 Baugenehmigungen pro Jahr trägt diese Entwicklung dazu bei, einen ausgeglichenen Markt zu erhalten. Für 2012 prognostiziert der LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm ein weiteres Wachstum um knapp fünf Prozent auf 235.000 Genehmigungen. „Das ist der Aufholprozess, den wir hierzulande dringend benötigen, um neue Engpässe zu vermeiden”, sagte Hamm. Ursache seien vor allem die niedrigen Zinsen, die dem Neubau Impulse geben. Traditionell folgen die Fertigstellungszahlen der Entwicklung bei den Genehmigungen mit einer zeitlichen Verzögerung.

750 Milliarden Euro für die Gebäudesanierung

Die Bundesregierung verfolgt ehrgeizige energie- und klimapolitischen Ziele. Dadurch werden die privaten Haushalte milliardenschwer belastet. Das ist das Ergebnis der ersten Shell Haus- wärme-Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) Fakten Trends und Perspektiven erstellt hat. Die rund 40 Mio. privaten Haushalte auf einer Fläche von insgesamt 3,4 Mrd. Quadratmetern stehen für etwa 28,5 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Bis 2030 wird die Wohnfläche trotz sinkender Bevölkerung gegenüber 2008 um gut zehn Prozent zunehmen. Da bis 2030 nur etwa 16 Prozent der gesamten Wohnfläche erneuert werden, muss der Wohnungsbestand energetisch saniert werden. Wird die heutige Sanierungsrate von einem Prozent fortgeschrieben, würde der Energieverbrauch um 26,2 Prozent und die Treibhausgasemissionen um 27 Prozent sinken. Wird die jährliche Sanierungsrate von jetzt einem auf zwei Prozent des gesamten Gebäudebestandes verdoppelt, müssten bis 2030 rund 750 Milliarden Euro in die Gebäudesanierung investiert werden. Dadurch könnte der Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent und die Treibhausgasemissionen würden um bis zu 44 Prozent sinken. Das Ziel der Bundesregierung ist eine Senkung der Klimagase um 40 Prozent − bis 2020!

KfW: Förderung nur noch bei Energieeffizienz

Ab Januar 2012 ist es nicht mehr möglich, allgemeine Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen über das KfW-Wohnraum Modernisieren (Nr. 141) zu finanzieren. „Lediglich wenn es sich um energieverbessernde Maßnahmen handelt, können zinsgünstige Kredite beantragt werden”, sagt Manfred Hölscher vom Baugeldver- mittler Enderlein. Das anhaltende Zinstief ermöglicht es Hauseigentümern jedoch, auch auf dem freien Markt Modernisierungskredite vergleichsweise zinsgünstig zu bekommen. Anders als vorgesehen, führt die KfW Bankengruppe die Förderung von altersgerechtem Umbau 2012 fort. Eigentümer, Mieter oder Wohnungsunternehmen können Förderkredite zu besonders günstigen Zinssätzen über die Hausbanken beantragen. Der maximale Kreditbetrag beträgt 50.000 Euro pro abgeschlossene Wohneinheit. Immobilienkäufer können 2012 vermutlich weiterhin mit niedrigen Hypothekenzinsen rechnen. Die Unsicherheiten auf den Märkten erschweren jedoch genauere Vorhersagen.

Fahrrad als Verkehrsmittel immer beliebter

84 Prozent aller Deutschen fahren Fahrrad, 41 Prozent sogar mehrmals pro Woche, lautet das Ergebnis der jetzt vorgelegten Studie Fahrrad-Monitor Deutschland 2011. Der Radverkehr wird immer wichtiger. Dies gilt vor allem in Großstädten. „Wir werden den Radverkehr deshalb auch auf Bundesebene in den Städten, aber auch auf dem Land weiter fördern und den Nationalen Radverkehrsplan weiterentwickeln”, verspricht Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Besonders wichtig ist für 65 Prozent der in der Studie Befragten der Bau von weiteren Radwegen. An zweiter Stelle folgt mit 47 Prozent der Wunsch nach Kampagnen für ein besseres Miteinander von Fußgängern, Rad- und Autofahrern. Fast die Hälfte der Befragten interessiert sich für elektrisch unterstütze Fahrräder, besonders hoch ist das Interesse in der Altersgruppe der über 50-Jährigen. Die sich verändernden Gewohnheiten beeinflussen auch die Lagekomponenten von Immobilien: Die Menschen wünschen sich zunehmend kurze Wege.

Kommunale Wohnungsbestände puffern Wohnungsengpässe ab

In den Zeiten des Wohnungsmangels und Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg hat die öffentliche Hand die Wohnungsversorgung in Deutschland durch Ausweitung ihrer Wohnungsbestände unterstützt. Trotz zahlreicher Verkäufe in den 2000er Jahren, darunter spektakuläre Komplettverkäufe an internationale Finanzinvestoren, verfügen die Kommunen und kommunalen Wohnungsunternehmen immer noch über einen beachtlichen Wohnungsbestand. Überwiegend wollen sie ihn auch halten. Im aktuellen Heft der „Informationen zur Raumentwicklung” beleuchten verschiedene Experten den heutigen Stellenwert von kommunalen Wohnungen aus. Für die Befürworter einer Privatisierung der kommunalen Wohnungsbestände gibt es hierzulande genug Wohnungen, um auch die Wohnungsversorgung bedürftiger Haushalte auf dem freien Markt abzusichern. Die Verkaufserlöse könnten für wichtige andere kommunale Zwecke eingesetzt werden. Andererseits besteht in prosperierenden Regionen eine hohe Wohnungsnachfrage im unteren Mietpreissegment und Problemhaushalte seien außerhalb des kommunalen Wohnraums kaum unterbringen.

Nutzungsdauer von Büroimmobilien sinkt

In den 125 größten Städten Deutschlands sind im Schnitt 7,5 Prozent der Büroimmobilien verwaist, in den sieben größten Städten werden sogar mehr als zehn Prozent nicht genutzt. Besonders groß ist die Leerstandsquote in Frankfurt am Main: Im vergangenen Jahr waren in der Bankenmetropole mehr als 18 Prozent der Büros ungenutzt. Für die hohe Leerstandsquote sind nach Auskunft des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln vor allem zwei Gründe verantwortlich: Zum einen hinkt seit dem Zusammenbruch der New Economy Anfang der 2000er Jahre die Nachfrage nach Büroimmobilien dem Angebot hinterher. Zum anderen steigen die Ansprüche der Büromieter ständig. Gefragt sind derzeit vor allem solche Bürogebäude, die besonders energieeffizient sind. Energie aber lässt sich leichter in Neubauten sparen als in Bestandsgebäuden, die häufig aufwändig und kostenintensiv saniert werden müssten, um für eine erneute Vermietung oder einen Verkauf in Betracht zu kommen. Aus diesem Grund sinkt die effektive Nutzungsdauer von Büroimmobilien immer weiter.