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Hamburg und München europaweit führend

Bereits zum siebten Mal analysierten PricewaterhouseCoopers und das Urban Land Institute (ULI) gemeinsam den europäischen Immobilienmarkt auf der Basis von Befragungen und Interviews mit über 640 führenden Entscheidungsträgern. Die überwiegende Mehrheit der Befragten mahnt zur Vorsicht, da die Zukunft der europäische Wirtschaft aufgrund der hohen Arbeitslosenrate und niedrigen Konsumausgaben weiterhin unsicher bleibt. „Es geht langsam wieder bergauf. Inwieweit sich die Werte erholen werden, hängt davon ab, wo sich Europa wirtschaftlich im globalen Wettbewerb positionieren kann“, so Wolfgang Vejdovsky, Leiter Real Estate Advisory bei PwC PricewaterhouseCoopers. Generell wird Deutschland im europäischen Kontext aufgrund seiner großen Wirtschaftskraft als aussichtsreicher Investment- und Entwicklungsmarkt angesehen. München und Hamburg sind, wie schon im Vorjahr, die führenden Städte für bereits bestehende Immobilieninvestitionen. Die breit diversifizierte Wirtschaft und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage eröffnen in den Büromärkten beider Städte attraktive Investmentmöglichkeiten.

Anspannung auf den Wohnungsmärkten in Großstädten erwartet

Mit Ausnahme von Berlin und eingeschränkt Frankfurt führt ein weiterer Rückgang der Wohnungsfertigstellungen zu einer Verknappung von Wohnraum insbesondere in den westdeutschen Ballungsräumen. Das ergibt sich aus dem aktuellen Frühjahrsgutachten des Rats der Immobilienweisen. „Unsere Einschätzung hat sich für mehrere Großstädte leider bewahrheitet. In einigen Teilmärkten insbesondere in Westdeutschland muss dringend über Anreize für Wohnungsbauförderung nachgedacht werden“, sagt Andreas Mattner, Präsident des ZIA, Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. „Der ZIA hält die Wiedereinführung der degressiven AfA daher weiterhin für einen gangbaren Weg, um benötigte Wohnungsfertigstellungen zu erreichen. Zudem müssen Genehmigungsverfahren weiter vereinfacht und bürokratische Hemmnisse abgebaut werden“, so Mattner weiter. Der Rückgang von Wohnraum wird laut Gutachten statistisch nur mangelhaft erfasst. Zwar werden genehmigte Wohnungsabrisse berücksichtigt, der Verlust an Wohnungen durch Zusammenlegungen und Nutzungsänderungen hingegen in der Regel nicht. Im Ergebnis überschätzt die Wohnungsfortschreibung den Wohnungsbestand sowie das Wachstum des Wohnungsangebots.

Neuer Immobilienindex Wohnen und Gewerbe

Der Immobilienindex der BulwienGesa AG analysiert die Immobilienmarktentwicklung in Deutschland auf Basis von 50 westdeutschen Städten seit 1975 und 125 deutschen Städten seit 1990. Im vergangenen Jahr zeigte sich danach trotz Krise und prophezeiten Preisabstürzen ein Anstieg der Mieten und Preise. Mit einem Plus von einem Prozent sei dieser zwar niedriger als im Vorjahr, allerdings höher als erwartet. Die genaue Betrachtung ergab bei den gewerblichen Immobilien ein Stagnieren bei 0,3 Prozent, während für Wohnimmobilien mit 1,4 Prozent erneut deutliche Steigerungen zu verzeichnen waren. Weiterhin positiv entwickelten sich 2009 die Einzelhandels-Mieten in 1a-Lagen mit durchschnittlich 1,1 Prozent. Büromieten spiegeln die Krise am deutlichsten wider: Sie sanken um 1,7 Prozent.

Aufträge im Bauhauptgewerbe 2009 um 6,6 Prozent gesunken

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind im Jahr 2009 die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe, das sind Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen, im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 6,6 Prozent gesunken. Dabei nahm die Baunachfrage im Hochbau um 13,0 Prozent ab, im Tiefbau dagegen um 0,1 Prozent zu. Im Jahr 2009 waren in den Betrieben des Hochund Tiefbaus 705.000 Personen tätig, das waren etwa 500 Personen weniger als vor einem Jahr (– 0,1 Prozent). Der Gesamtumsatz belief sich im Jahr 2009 auf rund 83,3 Milliarden Euro (– 4,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2008). Im Dezember 2009 sind die Auftragseingänge preisbereinigt um 6,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Dabei nahm die Baunachfrage im Hochbau um 0,1 Prozent und im Tiefbau um 13,3 Prozent zu. Die Zahl der tätigen Personen lag mit 701.000 um 0,6 Prozent über dem Niveau von Dezember 2008.

Stadtentwicklung: Erhöhung der Mittel für das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ geplant

„Die schwarz-gelbe Koalition ... stärkt die privaten Immobilieneigentümer in der Stadtentwicklungspolitik“, so kommentiert Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann jüngste Beratungen des Bundestagsausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zum Haushalt 2010. Geplant sei, die Mittel für das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ um 20 Millionen Euro aufzustocken. In den vergangenen Jahren habe sich die Politik zu sehr auf stadtrandnahe Wohnsiedlungen konzentriert. Die Konsequenz sei, dass dadurch viele Stadtzentren an Attraktivität verloren und mit hohen Wohnungsleerständen zu kämpfen hätten. „CDU, CSU und FDP korrigieren nun diese Fehlleitung von Steuergeld. Gerade die privaten Immobilieneigentümer sind es, die die Zentren unserer Städte mit ihrer historischen und kulturell wertvollen Bausubstanz wieder lebenswerter gestalten können. Das Geld der Bürger ist hier gut angelegt“, erklärte Kornemann.

Durchschnittliche Bausparsumme steigt um 10 Prozent

Mit einem Neugeschäft von 32,5 Milliarden Euro blieben die zehn Landesbausparkassen (LBS) im Jahr 2009 zwar hinter dem Ausnahmejahr 2008 um 9 Prozent zurück, liegen aber erneut über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das Interesse am Bausparen als Schlüssel für die Altersvorsorge mit Wohneigentum habe den Wohn-Riester direkt von Null auf Platz 2 bei der privaten Altersvorsorge katapultiert, erläutert LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Die durchschnittliche Bausparsumme stieg bei der LBS-Gruppe 2009 um 10 Prozent auf rund 26.000 Euro. Zum Vergleich: 2003 betrug sie weniger als 20.000 Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Spareinlagen um 6,5 Prozent. Nach Einschätzung der Landesbausparkassen zeigt nicht nur der robuste Gebrauchtimmobilienmarkt, sondern auch die allmähliche Belebung des Wohnungsbaus in der zweiten Jahreshälfte 2009 gerade bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen, dass die Wohneigentumsbildung gute Zukunftsperspektiven hat.

Aufstockung des Gebäudesanierungsprogramms

Der Haushaltsausschuss des Bundes hat beschlossen, das CO2- Gebäudesanierungsprogramm im Jahr 2010 um 400 Millionen Euro auf das ursprünglich Niveau des Vorjahres von 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. „Dies ist in wachstums-, beschäftigungs- und umweltpolitischer Hinsicht ein wichtiges Signal ...“, sagt Walter Rasch, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sei der beschäftigungspolitische Aspekt von besonderer Relevanz. Die staatlichen Fördermaßnahmen finanzierten sich in diesem Bereich zu einem erheblichen Teil selbst. Die BSI macht die Notwendigkeit deutlich, dass auch für die nachfolgenden Jahre ausreichend Mittel zur Verfügung stehen müssen. Problematisch sei, dass die Aufstockung der Gelder in 2010 vor allem durch ein Vorziehen von 310 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 erfolgt ist. Die weiteren 90 Millionen Euro stammen aus 2009 nicht in Anspruch genommenen überplanmäßigen Mitteln. Der ursprüngliche Haushaltsentwurf für 2010 sah mit 1,1 Milliarden Euro eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr vor. Denn 2009 wurden wegen der großen Nachfrage statt 1,5 sogar 2,2 Milliarden Euro an Fördergeldern bereit gestellt.