Stadtentwicklung in Hamburg polarisiert
Eine Stadt entwickelt sich immer – unabhängig davon, ob eine Behörde
lenkend eingreift oder nicht. In Hamburg ist derzeit exemplarisch
zu beobachten, wie sich aus Bürger- und politischen Interessen
verschiedene Möglichkeiten ergeben. Direkt an der Elbe entsteht
mit der Hafencity ein neues Vorzeige-Quartier der Extraklasse, das
europaweit Maßstäbe für die Zukunft setzt. Gleichzeitig entwickelt
sich die gewachsene Stadt innerhalb der Stadtteile und beansprucht
Aufmerksamkeit. Das Stichwort Gentrifizierung wurde zum Synomym
für die Abwehr von unerwünschter Veränderung – besonders in St.
Pauli und St. Georg, wo seit einigen Jahren die Mieten und Immobilienpreise
zum Teil deutlich steigen. Beide Stadtteile haben sich
aufgrund der zentralen Lage, des Altbaubestandes und der attraktiven
Gastronomie- und Kulturangebote zu begehrten Wohnstandorten
auch für einkommensstarke Haushalte entwickelt. Um einer
Verdrängung der angestammten Bevölkerung entgegenzuwirken, hat
der Senat jetzt beschlossen, den Einsatz einer sogenannten Sozialen
Erhaltungsverordnung zu untersuchen. Das Bezirksamt kann Anträge
auf Abriss, bauliche und Nutzungsänderung währenddessen für
maximal ein Jahr zurückstellen.
Immobilienwirtschaft im Aufwind
Selten war die Stimmung in der Immobilienwirtschaft so gut wie
derzeit. Immobilien haben sich als sichere Investition erwiesen und
dieser Teilmarkt zeigt jetzt die ersten Anzeichen des Aufschwungs.
„Die Wirtschaft ist wieder in Partylaune“, verkündet Hans-Werner
Sinn, Präsident des ifo-Instituts in München. Der ifo Geschäftsklimaindex
für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juli
deutlich gestiegen. Diese Zunahme ist der größte Sprung nach oben
seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Befragungsteilnehmer
schätzen die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr
optimistisch ein. Auch das Bundeswirtschaftsministerium meldet
positive Zahlen: Neben Nachholeffekten, die vor allem dem Baugewerbe
deutliche Impulse verleihen, stützt sich das Wachstum auf
eine starke Expansion der industriellen Erzeugung. Die konjunkturelle
Erholung setzt sich auch auf dem Arbeitsmarkt durch. Das Preisklima
ist insgesamt weiterhin ruhig. Das sind gute Voraussetzungen für
Immobilienkäufer.
Wert der Immobilie vom Fachmann ermitteln lassen
Über 60 Prozent der Immobilienbesitzer wissen nicht genau, was ihre
Immobilie wert ist, dabei stellt sie in den meisten Fällen den größten
Teil des Vermögens dar. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage
von ImmobilienScout24. Nur 39 Prozent der Befragten können
genau sagen, was ihr Eigenheim wert ist. Jeder zweite Immobilienbesitzer
ist der Meinung, den Wert in etwa einschätzen zu können. 13
Prozent der Umfrageteilnehmer sind total ahnungslos, was den Preis
ihres Wohneigentums betrifft. Mehr als die Hälfte der „Unwissenden“
sagt, dass eine Wertermittlung bisher nicht nötig war, da weder ein
Verkauf noch eine Finanzierung ansteht. Aus Sicht der Experten ist
es zu jeder Zeit gut, über den Wert der eigenen Immobilie informiert
zu sein, da Immobilien eine große und langfristige Investition sind.
Wer den Wert seiner Immobilie in die Zukunftsplanung einbezieht,
kann sich besser entscheiden und hat mehr Perspektiven.
Müllgebühren: Wer nicht trennt, zahlt doppelt
Wer Verkaufsverpackungen in den Restmüll wirft statt in die gelbe
Tonne, zahlt doppelt. Denn er hat schon im Laden für die Leerung
der gelben Tonne oder des gelben Sacks sowie für die Entsorgung
von Glas- und Papierverpackungen bezahlt. Diese ist nämlich durch
die Verpackungsverordnung im Kaufpreis inbegriffen. Landet die
Verpackung also in der grauen Restmülltonne, zahlt man die Müllabfuhr
extra. In den zehn größten deutschen Städten gibt es extreme
Unterschiede bei den Müllgebühren. Kostet die große 1.100 Liter
Restmülltonne in Berlin rund 1.200 Euro im Jahr, zahlt man für die
gleiche Tonne in Stuttgart 2.700 Euro und in Düsseldorf 3.500 Euro
– dreimal so viel wie in der Bundeshauptstadt. Die Leistungen, die in
dieser Gebühr enthalten sind, variieren. Die Stiftung Warentest hat
unter www.test.de/abfallkosten eine erweiterte Gebührentabelle für
die zehn größten Städte in Deutschland eingestellt. Daraus lässt sich
ablesen, ob die Kommunen Anreize zur Mülltrennung schaffen.
Wohnungsneubau: Besserung in Sicht
Das Wohnungsneubau-Niveau reicht seit Jahren nicht aus, um den
zukünftigen Bedarf zu decken. Doch jetzt zeigen sich Signale für eine
Trendwende. Der von der KfW Bankengruppe regelmäßig exklusiv
für die Wirtschaftswoche berechnete KfW-Indikator Eigenheimbau
zeigt für das Jahr 2010 einen moderaten Anstieg des Wohnungsneubaus
an. So lag der Wert im Juni 2010 mit 35,4 gut 8 Prozentpunkte
über dem Juniwert des Vorjahres. Es ist davon auszugehen, dass
die Wohnungsneubautätigkeit für das Jahr 2010 insgesamt höher als
im Jahr 2009 ausfallen wird. Für das Gesamtjahr 2010 ist mit dem
Neubau von rund 146.000 Wohnungen zu rechnen. Das Jahr 2009
markierte mit nur noch rund 140.000 neu errichteten Wohnungen
den Tiefpunkt im Wohnungsneubau seit der Wiedervereinigung – im
Vergleich zum Jahr 2008 ein Minus von 10 Prozent. Die Belebung
im Jahr 2010 ist ein Indiz dafür, dass beim Wohnungsneubau die
Bodenbildung vorerst erreicht ist. Die Anzahl der Haushalte steigt
in den nächsten Jahren weiter an. Das ergibt sich daraus, dass die
durchschnittliche Haushaltsgröße den Bevölkerungsrückgang überkompensiert.
Insgesamt werden in Deutschland zukünftig zwar eher
kleinere aber mehr Haushalte leben.
Erschwinglichkeit von Wohneigentum so gut wie nie
Dies ist das Ergebnis einer am Center for Real Estate Studies (CRES)
im Auftrag des Immobilienverbandes IVD durchgeführten Erhebung.
Der sogenannte Erschwinglichkeitsindex fasst die Faktoren
Immobilienpreise, Zinsniveau und verfügbares Einkommen zu einer
Kennzahl zusammen. Diese gibt Auskunft darüber, inwieweit es für
einen durchschnittlichen Haushalt finanziell möglich ist, eine Immobilie
zu erwerben. „Das stetig abfallende Zinsniveau, die steigenden
Haushalteinkommen und die relativ stabilen Häuserpreise sind dafür
verantwortlich, dass die Erschwinglichkeit eines Einfamilienhauses in
Deutschland nie besser war als heute“, so Sven Johns, Bundesgeschäftsführer
des IVD. Laut Untersuchung ist die Erschwinglichkeit
im Jahr 2009 auf einem Spitzenniveau angekommen. „Das Zeitfenster
für den Erwerb von Immobilien wird etwa 12 bis 18 Monate so
gut bleiben, wie es heute ist, bevor ein Rückgang der Erschwinglichkeit
zu erwarten ist“, so Tim Sebastian Nädele vom CRES.
Bausparkassen mit stabilem Neugeschäft
Die Bausparer haben im ersten Halbjahr 2010 ein Bausparvolumen
von rund 28 Milliarden Euro mit den privaten Bausparkassen abgeschlossen.
Das entsprach einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 1,4 Prozent. Der Spargeldeingang habe sich in den
ersten sechs Monaten 2010 um 15,3 Prozent auf rund 9 Milliarden
Euro erhöht. Bei den Baugeldauszahlungen machte sich allerdings
das Nachkriegstief im Wohnungsbau mit nur noch 159.000 Fertigstellungen
im Jahr 2009 bemerkbar: Insgesamt wurden von Januar bis
Juni 2010 rund 10,4 Milliarden Euro ausgezahlt, die ganz überwiegend
in den Bau, Kauf und die Modernisierung von Wohneigentum
fließen – 15,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist. „Steigende Investitionen
der Wohneigentümer in die Modernisierung und energetische
Sanierung konnten das bisher nicht ausgleichen“, meinte Andreas J.
Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen.
Keine Zweitwohnungssteuer für vermietete Ferienwohnung
In vielen Gemeinden, mittlerweile nicht nur in touristisch besonders
interessanten Gegenden, verlangen die Gemeinden von den Eigentümern
der Ferienwohnungen Zweitwohnungssteuer. Bei einer an
wechselnde Gäste vermieteten Ferienwohnung kann die Zweitwohnungssteuer
von der Einkommenssteuer abgesetzt werden (Bundesfinanzhof,
Az. IX R 58/01). Bei durchgängig ganzjähriger Vermietung
ohne Möglichkeit der Eigennutzung fällt keine Zweitwohnungssteuer
an. Dies ergibt sich daraus, dass der Eigentümer dann streng
genommen nicht mehr selbst Inhaber der Wohnung ist – sondern
seine Mieter bzw. Feriengäste. Das Bundesverwaltungsgericht hat
entschieden, dass der Inhaber einer Zweitwohnung bei Bestehen
einer Eigennutzungsmöglichkeit von mindestens zwei Monaten mit
der Zweitwohnungssteuer in voller Höhe des Jahresbetrages belastet
werden kann. Bei weniger als zwei Monaten ist dann im Umkehrschluss
eine Reduzierung der Steuer vorzunehmen. Dient die
Zweitwohnung jedoch allein der Kapitalanlage, kann keine Zweitwohnungssteuer
verlangt werden (BVerwG, Az. 9 C 1.01).
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